8 x 8

Das I GING als Gestaltungsmedium einer Live-Performance

Die Klangperformance 8×8 von Gabriel A. Hahn wurde 2014 im Rahmen des Myzel Sound Performance Festivals in München uraufgeführt. Vielen Dank an das Kollektiv von Selbstversorgersound (SVS) für die Realisierung!

Die Performance beschreibt einen durch mehrere Zyklen laufenden Bewusstwerdungsprozess, vom koexistierenden zum interagierenden Individuum und endet im Kollektiv bei einem großen Klangritus.

30_MF_2014-07-12_fotoBIRKENHOLZ_000763kleinKostüm: Claudia Irro
Bühnenbild: Stefan Britze

Als Strukturen- und Ideengeber diente das altchinesische Orakel- und Weisheitsbuch I GING (Buch der Wandlungen). Das I GING antwortet, wenn wir es befragen, mit einem von 64 Zeichen, sogenannten Hexagrammen. Diese Hexagramme sind wiederum teilweise „wandelbar“, woraus sich eine Vielzahl von Ergebnissen und Deutungen bei der Orakelbefragung ergibt. Befragung durch Münzwurf und Ermittlung der Zeichen wurde für Klang- und Bewegungsaktionen, aber auch bei der Eingabe des eigens für die Performance konzipierten I GING-Synthesizers genutzt:
Bildschirmfoto 2015-04-13 um 10.30.53
I Ging-Sinusgenerator (IGS)
Danke an Henrik Oppermann für die Programmierung!

Die 8 Performer ermittelten also live ihre individuellen Rollen im Raum, z.B. welche Wege sie zurücklegen sollten, welche Bewegungen sie auszuführen hatten, ob es klingende oder stumme Aktionen werden sollten u.v.m.. Klanggeber waren neben dem IGS unter anderm selbstgebaute Instrumente (u.a. von Richard Eigner), Bodypercussion, Stimme und Stimmgabeln.
Li, das Haftende, das Feuer (I GIng Trigramm)